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Wenn Selbstfindung nicht stattfindet

Oft wird der Prozess der Selbstfindung nicht voll ausgelebt oder gar ganz verhindert. Strenge familiäre und gesellschaftliche Hierarchien z. B. können den Prozess der Selbstfindung im Weg stehen. Ein geringes Selbstwertgefühl, Zweifel und Ängste, ebenso wie instabile Lebenssituationen oder Mangel an Möglichkeit sich mit sich selbst zu beschäftigen, führen ebenfalls dazu, dass der Prozess der Selbstfindung nicht oder nicht ganz stattfindet.


Dies hat zur Folge, dass wir überwiegend unser Leben nach den Normen, Werten und Erwartungen unserer Familie und der Gesellschaft, in der wir leben, gestalten. Dies entfernt uns von uns selbst. Wir entfernen uns immer mehr von unserer inneren Stimme, die uns sagt, was wir eigentlich wollen, was wir brauchen und was uns persönlich wichtig ist. Das erzeugt Zweifel, Bedauern, Ängste und ein andauerndes Gefühl der inneren Unruhe. Wir suchen im Außen nach Erfüllung und Glück. So suchen wir in einer Beziehung, in einer Beschäftigung, in der Ferne. Ein Partner soll unser Leid lindern und uns glücklich machen. Ein Job soll uns das Gefühl der Erfüllung schenken usw.


Wir können all das finden, was wir denken zu brauchen und uns sogar glücklich und erfüllt fühlen für eine kurze Weile, bis dieses Gefühl vergeht und wir uns in dauernden Konflikten, Ängsten und Zweifeln wiederfinden.


Und die Suche geht weiter… denn nichts im Außen kann uns ein dauerhaftes Gefühl der Erfüllung schenken, wenn wir uns selbst nicht spüren, wenn wir uns selbst nicht lieben und unterstützen, wenn wir uns selbst nicht annehmen, wie wir sind.


Unsere innere Stimme verstummt und wir leben immer mehr nach Erwartungen und Vorstellungen von anderen, lassen uns manipulieren und geraten in abhängige Beziehungen, entwickeln Süchte und Ängste, verlassen zu werden oder allein zu sein.

Wir übernehmen Überzeugungen von Personen, die wir für vertrauenswürdig erachten. Diese Überzeugungen schränken uns oft ein und formen unser Leben. So kann eine Überzeugung lauten: „Dein Leben ist gelungen, wenn du einen Uniabschluss hast.“ Oder: „Du wirst erst glücklich, wenn du eine Familie gegründet hast.“ Oder: „Für eine Frau ist das Wichtigste ihre Schönheit.“


Und schon kann es sehr schnell passieren, dass wir in einem ungeliebten BWL-Studium landen, um unser Leben gelungen zu gestalten, oder heiraten und Kinder bekommen, im Glauben, dass es uns glücklich machen wird. Wir rennen zum Plastikchirurgen und geben unser ganzes Geld für Kosmetik aus usw. … bis wir erkennen, dass unsere Ängste und Zweifel weiterhin trotzdem bei uns sind, ebenso wie unsere Konflikte.



6 Anzeichen dafür, dass Selbstfindung nicht stattfand:


  • Wir leben nach Erwartungen anderer und in Erwartungen an andere. Statt selbst für uns zu sorgen und uns das zu geben, was wir brauchen.

  • Wir übernehmen Verantwortung für andere und übergeben die Verantwortung für uns an andere, oft ohne es einmal auszusprechen.

  • Wir verspüren oft Enttäuschungen, Kraftlosigkeit, Trauer, Wut und innere Unruhe.

  • Wir verspüren innere Leere und wissen nicht genau, was uns fehlt.

  • Wir sind oft demotiviert und prokrastinieren.

  • Wir verbringen viel Zeit mit Ablenkungen und sind (fast) süchtig danach. Z. B.: Partys, Alkohol, Shopping, sinnlose Gespräche und Affären.


Lese auch „Selbstfindung in jedem Lebensalter“, um zu sehen wie der Prozess der Selbstfindung und der Weg zu sich zurück in jedem Alter aussehen kann.

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