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Überschreitest du deine Grenzen?

Aktualisiert: 26. Sept 2018

Seine Grenzen auszutesten kann etwas wunderbares sein: Wir lernen mehr darüber, wozu wir eigentlich im Stande sind, und kommen mehr aus uns selbst heraus. Grenzüberschreitungen können aber negative Effekte hervorrufen, vor allem, wenn man seine Grenzen noch nicht klar kennt oder sie unfreiwillig überschreitet. Folgen können Kraftlosigkeit, Bedrücktheit oder sogar Burnout sein. Aber wie lässt sich dies vermeiden, und was steckt überhaupt hinter einer ungewollten Grenzüberschreitung?

Folgende Faktoren spielen eine ausschlaggebende Rolle bei Grenzüberschreitungen:

  • Angst

  • Mitleid

  • Erwartungen

  • Verantwortungsgefühl

  • Schuldgefühl


Angst


Einer der Gründe, warum wir unsere eigenen Grenzen missachten, kann Angst sein. Aus Angst einem Menschen weh zu tun, mit ihm in Konflikt zu treten oder ihn gar zu verlieren tun wir oft Dinge, die uns selbst weh tun. Wir unterdrücken entstandene Emotionen und laugen uns aus. Oft behandeln wir uns selbst respektlos, was eine respektlose Behandlung der anderen mit uns zufolge haben kann.



Mitleid

Mitleid kann ein weiterer Grund sein, der uns dazu verleitet, unsere Grenzen zu missachten.

Falls du beobachtest, dass dies bei dir der Fall ist gilt es zu erforschen, wie viel du tatsächlich geben kannst, ohne dabei selbst zu leiden. Mangelt es bei dir an Selbstliebe, kann es leicht passieren, dass du aus Mitleid mit anderen deinen eigenen Bedürfnisse missachtest. Besonders Frauen neigen dazu, das Glück der Anderen über ihr eigenes zu stellen. Hier ist es hilfreich abzuwägen, wie viel du für andere tun kannst und ab wann du "nein" sagen solltest. Es ist äußerst wichtig eine Balance herzustellen, in der du dich wohlfühlst.


Erwartungen

Was erwarten wir von wem und wieso? Was wird von uns erwartet? Sind wir damit einverstanden oder geben wir dem einfach nach? Was liegt hinter den Erwartungen?


Nun, ich kann dir nur die letzte Frage beantworten. Hinter Erwartungen im privaten Bereich ist oft Egoismus versteckt. Es steckt der Wunsch dahinter, jemanden so zu gestalten, wie es einem lieb ist. Oft sind Erwartungen besonders in engen Beziehungen vorhanden und werden mit Liebe verwickelt. Hier gilt es ganz klar zu trennen, denn zur Liebe gehört Freiheit, Akzeptanz und Unterstützung.


Verantwortungsgefühl


Oft wird uns ein gewisses Verantwortungsgefühl anerzogen. Der große Bruder, der immer für die jüngeren Geschwister da sein musste, wird auch im späteren Leben dazu neigen, die Verantwortung für die Menschen in seinem Umfeld zu übernehmen – seien es Kinder, Eltern, Freunde oder Kollegen. Wenn er die Responsibilität einmal nicht trägt, kann ihn das schneller aus dem Gleichgewicht bringen und im schlimmsten Fall zu Schuldgefühlen verleiten. Die Wahrheit ist aber klar: wir sind nur für uns und unser Leben verantwortlich - nicht mehr und nicht weniger.

Sehr interessant ist dabei, dass das Verantwortungsgefühl für sich selbst und das eigene Glück, in diesem Fall, oft nicht beachtet wird.


Natürlich können wir anderen helfen. Wenn wir einmal zu uns selbst gefunden, unsere Kraft und unser Potential entfaltet haben, dann besitzen wir auch die Ressourcen anderen zu helfen, zu geben und zu beschenken.

Helfen wir aber aus Schuldgefühlen, ist es ungefähr so, als würden wir eine 10 km Umweg fahren, mit dem Sprit, der nur für 1 km reicht.


Schuldgefühl


Schuldgefühle sind sehr oft ein Grund, wieso wir unsere Grenzen missachten. Sie können uns dazu verleiten zu ignorieren, welche Last wir uns mit unseren Handlungen zumuten. Sie können uns glauben lassen, dass es nur einen Weg gibt und eine Alternative nicht akzeptabel ist.


Schuldgefühle kommen von dem Wort Schuld. Wir fühlen uns schuldig. Hier gilt es genau zu überprüfen: fühlen wir uns zu Recht schuldig? Was schulden wir wem? Und warum? Wieso haben wir ein schlechtes Gewissen? Ist es hier unsere Moral, die spricht, oder die der Gesellschaft? Ist es die Moral unserer Eltern und Großeltern oder ist es einzig uns allein unsere Überzeugung?


Willst du wirklich das tun, was du tust oder denkst du, dass du kein(e) gute(r) Sohn/ Tochter/ Mann/ Frau/ Nachbar...bist, wenn du das nicht tust? Dasselbe gilt für das Unterlassen. Dinge, die aus Schuldgefühl und Scham nicht getan werden, können uns ebenso Glück und Erfüllung entziehen.



Zusammenfassend kann man sagen, dass Grenzüberschreitungen nur so lange gut sind, wie sie aus freien Stücken und nicht aus Gefühlen wie Angst oder Schuld heraus geschehen. Unsere Grenzen sind schließlich nicht nur eine Einschränkung, sondern sollen uns auch vor zu viel Belastung bewahren.


Natürlich bleibt dir ganz allein überlassen, wie, wo und ob du deine Grenzen setzt. Nur du allein kannst entscheiden, was für dich zu welcher Zeit einen größeren Wert hat. In dem Sinne - folge deinem inneren Glückskompass - lebe, liebe, lache, share joy!



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